SuS Rhede e.V. von 1921

Geschichte des SuS Rhede

Anfang des Jahrhunderts war als Ballspiel in Rhede -ähnlich wie in anderen emsländischen Dörfern - nur Schlagball (Ballhawen) bekannt. Schlagball war bei der Jugend in einzelnen Ortsteilen wie Sudende oder Ämsenenne sehr beliebt und wurde zumeist auf den Dorfstraßen ausgetragen. Besondere Plätze gab es dafür nicht. Die Straße bot sich als Spielplatz an, denn bei den damaligen Verkehrsverhältnissen kamen sich Spieler und Fahrzeuge kaum in die Quere. Vom Fußball hörten die Rheder Jugendlichen wohl erst nach dem Ersten Weltkrieg. Der Besitz eines Fußballes war für die meisten damals unerreichbar. Die Jungen sammelten "Sonnentau" oder fingen Maulwürfe, um das nötige Geld für einen richtigen Fußball zu bekommen, aber meistens reichte es nicht. Den ersten Fußball in Rhede besaß Heinrich Heyers -als vermögender Bauer war das fast Ehrensache. Zunächst wurde ohne System und ohne feste Regeln gespielt; diese waren ohnehin kaum bekannt. Die ersten Kenntnisse kamen von außerhalb nach Rhede; Zollbeamte wie Hohndorff, Ölers und andere brachten sie mit. Hatten zunächst Straßen und Hofplätze zum "Bolzen gereicht so musste jetzt ein geeigneter Platz gefunden werden. Ohne lange Verhandlungen wurde ein Teil der Gemeindewiese jenseits der Ems zum Fußballspielen bestimmt. Als Tore dienten je zwei unbearbeitete Kiefernstämme, die durch Draht zusammengehalten wurden. Den Draht besorgte man sich von den benachbarten Wei-dezäunen. Nach und nach kam System ins Spiel. Die Aufgaben der einzelnen Akteure entwickelten sich, so daß bald so etwas wie ein geordneter Spielbetrieb entstand, allerdings ohne ein ausgefeiltes Regelwerk. Einheitliche Sportbekleidung gab es natürlich ebenfalls noch nicht. Einer spielte in Stiefelhosen (Breeches) mit langen Stiefeln, andere hatten lange Arbeitshosen und Arbeitsschuhe an. Manche trugen auch ihre Sonntagskluft mit entsprechenden Stiefeln. Als Spieler der ersten Stunde sind mir noch in Erinnerung: Heinrich Heyers, Heinrich Schulte, Gerhard Prangen, Theodor Mülder (Götte Derk) und Nikolaus Klasen (Hennums Klaos) aus Neurhede. Ein vereinsmäßiger Zusammenschluß existierte noch nicht. Die Gründung des Vereins erfolgte erst, als sich Lehrer der Rheder Volksschule für einen geordneten Spielbetrieb einsetzten. Hier ist insbesondere Josef Suerbaum zu nennen, der viele Jahre das Herz des Spiel- und Sportvereins Rhede gewesen ist. Einige Lehrer waren auch aktive Spieler, u. a. Vinke aus Borsum (Verteidiger) und Czerlitzka aus Brual (Linksaußen). Der Verein schloß sich bald der überörtlichen Organisation der Deutschen Jugendkraft (DJK, kath. Jugendorganisation) an. Mit mehreren Mannschaften beteiligte sich der SuS Rhede an Punkt- und Freundschaftsspielen. Die Spieler besaßen inzwischen auch eine zünftige einheitliche Sportkleidung in den Vereinsfarben Schwarz und Weiß. Die Hose war weiß, das Trikot schwarz mit weißen Kragen und weißen Bündchen an den langen Ärmeln. Die Hose reichte bis zum Knie, ebenso die Stutzen, so daß von den Männerbeinen so gut wie nichts zu sehen war. Dennoch erregte diese Kluft anfangs gelegentlich Anstoß. So kam es vor, daß Lehrerinnen der Volksschule Mädchen, die sich ein Fußballspiel ansehen wollten, wegschickten mit der Bemerkung, so ein Anblick zieme sich nicht. Die Sportkleidung mußte übrigens von den Spielern selbst beschafft und bezahlt werden. Vor allem für die Schuhe fehlte oft das nötige Geld. Die zum Fußballspielen zweckentfremdete Gemeindeweide erwies sich mehr und mehr als ungeeignet. Die Gemeinde stellte daraufhin dem jungen Verein ein Gelände im Sudfelde zur Verfügung, daß noch gerodet und hergerichtet werden mußte. Auch dieser Sandplatz erwies sich im Laufe der Zeit als ungeeignet, weil immer wieder Sträucher und Wurzelwerk den Spielern zu schaffen machten. Schließlich wurde ein Platz an der Zollstraße (heute Kindergarten) bereitgestellt, der zwar auch holprig und etwas zu klein war, aber immerhin eine Rasendecke aufwies. Begrenzt wurde er durch eine breite Furche. Nach heutigen Maßstäben würde dieser Platz für kein Spiel zugelassen, aber damals genügte er den Ansprüchen, auch wenn es wiederum manche Nachteile in Kauf zu nehmen galt. Der Platz grenzte an die Schützenhalle. Wenn gefeiert wurde, waren Teile der Spielfläche mit Scherben übersät. Die Tore bestanden zunächst noch aus Pfählen mit einem Querbalken ohne Netz. Somit war oft schwer zu entscheiden, ob der Ball innerhalb oder außerhalb der Pfosten vorbeigerollt war. Später wurde ein fester Kasten um das Tor gezogen, mit Maschendraht bespannt-, für den Torwart war dies keinesweg ungefährlich. Solche Dinge sind heute kaum noch vorstellbar, ebensowenig wie die Tatsache, daß die Spieler zu den Auswärtsspielen, etwa nach Papenburg-Obenende, Lathen oder gar nach Sögel mit dem Fahrrad anreisten. Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre gab es eine große Erleichterung, als ein Ford-Gemüselastwagen aus Bellingwolde die Spieler zu den auswärtigen Einsätzen brachte. Gründerjahre: Die ersten zwölf Vereinsjahre von 1921 hinweg bis 1933 Die Liebe zum Sport, nützliche und zweckmäßige Gestaltung der Freizeit und nicht zuletzt der Zusammenschluß von sportbegeisterten jungen Menschen in katholischer Gemeinschaft führten am 29. Juni 1921 zur Gründung von "Spiel und Sport Rhede" (Sport-und Turnabteilung der Jünglingssodalität). In der Gründuncsversammlune, mit ca. 20 Teilnehmern übernahm Pfarrer Thiessen den Vorsitz, Lehrer Suerbaum die Leitung. Aus den Wahlen gingen hervor: Suitbert Bamming als Kassierer, Theodor Bruns als Ballwart und Nikolaus Wotte als Schriftführer. Außer diesen drei Vorstandsmitgliedern konnten drei weitere Gründer im Jahre 1931 den Tag ihrer 10jährigen Mitgliedschaft begehen: Leo Ossevorth, Werner Läken und Gerhard Rüther. Das erste Vereinsjahr (1921/22) stand im Zeichen der c Platzsoreen. Nachdem im Sommer 1921 auf der Gemeindeweide gespielt worden war, trat der Vorstand in dem darauffolgenden Winter an die Rheder Gemeindevertretung heran zwecks Bereitstellung eines geeigneten Platzes. Zur Debatte standen ein Platz in der Nähe der Chausseegabelung Zollstraße - Neurhederstraße (der Sportplatz von 1923 bis 1936) und ein zweiter im Sudfelder Gehölz. Doch die Gemeindevertretung lehnte am 2. März 1922 den erstgenannten Platz einstimmig, den zweiten mit 8:7 Stimmen bei einer Enthaltung ab (zwei Gemeindevertreter fehlten). Kurz vor Ostern 1922 revidierte sie aber dank der Bemühungen des Gemeindevorstehers Hermann Schütte ihren letzten Beschluß. Nun galt es, ein unwirtliches, hügeliges Gelände mit uralten Baumstümpfen zu ebnen und herzurichten. Jedes Mitglied mußte an einem Nachmittag in der Woche arbeiten, "andernfalls 10 Mark in die Kasse" zahlen. Als der Leiter beim letzten Spatenstich am 26. Juni 1922 "die Häupter der Lieben" zählte, war die Mitgliederzahl von 60 auf 30 zusammengeschmolzen. Doch das gesteckte Ziel war erreicht, die Rheder Sportler verfügten über einen eigenen Sportplatz. Ein Moment aus dieser Kulturvierungsarbeit verdient noch besonders festgehalten zu werden: "Es war in der Pfingstwoche 1922. Um die große Heidefläche ohne viel Schweiß loszuwerden, kam ein ganz Schlauer auf den Gedanken, die wohltätige Macht des Feuers zu Hilfe zu nehmen. Das Feuer sprang schnell auf die benachbarten Waldstücke über. Schnell wurde Hilfe aus dem Sudende herbeigeholt. Es gelang den vereinten Kräften, ehe erheblicher Schaden angerichtet war, des Elementes Herr zu werden." Die 10 Spiele im ersten Vereinsjahr (4 gewonnen, 3 verloren, 3 unentschieden) ergaben ein Torverhältnis von 13:13. Die Mannschaftsaufstellung lautete: Läken, Suerbaum, Prangen, Mülder, Bamming, Mußwessels, Evers, Wotte, Willerding, Heyers und Vogler. Den Höhepunkt des 2. Vereinsjahres (1922-23) bildete das Propaganda-Fußballwettspiel am 3. September 1922 zwischen dem Gesellenverein Papenburg 1 und dem Sportverein "Amisia" Papenburg 11 (1: 1). Die Vereinschronik verzeichnete: 790 Mark Einnahme (pro Person 5 Mark) , Unkosten für Zeitungsannonce 30 Mark, Reingewinn = 760 DM. Der Frühling 1923 brachte den Umzug von Sudfelde zur Zollstraße. Auf Anregung des Gemeindevertreters Eberhard Wilgmann und durch Unterstützung des Gemeindevorstehers Hermann Schütte wurde endlich der Lieblingswunsch der Sportler erfüllt. Die Teilnahme am Dersumer Pokalspiel vom 3. Juni 1923 ist darum erwähnenswert, weil die Mannschaft in der Vorrunde mit 10 Mann 125 Minuten ohne Erfolg mit "Viktoria" Ahlen rangen. Es war eben die "Steinzeit" des emsländischen Fußballes. Auf dem grünen Rasen erfocht die Mannschaft in 18 Spielen ein Torverhältnis von 42:25 und errang die Meisterschaft der B-Klasse im hiesigen Bezirk der DJK. Die 2. Mannschaft schnitt verhältnismäßig noch besser ab: In 6 Spielen ein Ergebnis von 12:6. - Am Ende des 2. Vereinsjahres wurde der Stiftungstag zum ersten Male festlich begangen. Die Gegner hießen: Papenburg I (2. Mannschaft) und Dersum (l. Mannschaft), Resultat beider Spiele 2:2. Das 3. Vereinsjahr (1923-24) war rein äußerlich betrachtet ein Glanzjahr; eilte doch die 1. Mannschaft, kombiniert mit der aus dem Ruhrgebiet ausgewiesenen Schupo, von Sieg zu Sieg. Der Markkurs des Dollars, im Januar 1923 noch 18.000, stieg bis zur Aufgabe des passiven Widerstands am 26.9.1923 auf 4,2 Billionen Papiermark. In dieser dunkelsten Zeit der deutschen Währung machte der Vorstand im Juli 1923 unter eigenem Risiko bei der Rheder Sparkasse eine Anleihe von einer Million; ferner liehen 13 Mitglieder dem Verein 50.000 bzw. 100.000 Mark, einer sogar 300.000 Mark zinslos, auf deren Rückzahlung sie aber wegen der ständig vorwärtsschreitenden Inflation verzichteten. Mit diesem Geld wurden die neues Tornetze zum Preis von 1.529.500 Mark bezahlt und mehrere Fußbälle, Trikots und Sporthosen erworben Neben dieser Aktion lief die Roggensammlung vom 31.August 1923. Die Generalversammlung am 6. Juli 1924, die den Auftakt des 4. Vereinsjahres (1924-25) bildete, beschloß, künftig auch das Turnen unter Leitung der Turnwarte Hermann Sievers und Johann Bohse zu pflegen. Da der Bezirkssporttag am 1. Juni die Finanzen des Vereins wesentlich gekräftigt hatte, und Regierung, Kreis und Gemeinde Geld beisteuerten, wurden ein Reck, ein Barren und 2 Sprungmatten im Gesamtwert von 500 RM angeschafft. Bis zum Eintreffen der Geräte übten die Turner auf dem Schulplatz, erstmalig am 13.Juni 1924, später bei Gastwirt Gerhard Conens. Am letzten Augustsonntag 1924 weilten die Iburger Sportler zum Fußballtreffen beim SuS Rhede zu Gast: Iburg siegte. Ferner nahm der Verein in diesem Jahr auch die Pflege des Schlagballspiels, dieses urdeutschen Ballspieles, in sein Programm auf. Von großen Erfolgen ist aus dem 5. Vereinsjahr (192526) wenig zu melden. Der Verein beteiligte sich mit drei Mannschaften (die dritte war im Vorjahr aufgestellt) an den Verbandsspielen und sah sich gezwungen, am 5. Oktober 1925 die erste Mannschaft vorübergehend aufzulösen. Aber desto intensiver arbeiteten die Turner unter Leitung von Vorturner Schmidt, Papenburg. Ca. 10 Sportler traten der neugegründeten Rheder Kriegervereinskapelle bei. Zudem war am 13. September 1925 die Gründung des Gaues Emsland der DJK erfolgt, die dem Sportgeschehen im gesamten Emsland großen Auftrieb gab. Die Erfolge von Papenburg I, des Tunxdorfer und Ahlener Vereins verwehrten den Rhedern in den ersten 5 Vereinsjahren immer wieder den Weg zur Spitze. Aber nun kam die Wende! Im 6. Vereinsjahr (1926-27) errang die neuformierte erste Mannschaft zum ersten Mal die Fußballmeisterschaft des Bezirks Aschendorf der DJK und löste somit die Ahlener "Viktoria" in der Meisterwürde ab. Sie schied aber beim Frühjahrswaldlauf am 1. Mai 1927 in Sögel durch eine 5:4-Niederlage gegen Sögel aus dem Wettbewerb um die Gaumeisterschaft aus. -Vom 5. Sport- und Turnfest des Bezirks Aschendorf am 26. Mai 1927 in Tunxdorf brachte die 4 x 100-m-Staffel des SuS den vom Ortsverein gestifteten Pokal heim. - Der 4. Juli 1926 führte unsere Sportler auf dem Stahlroß zu den holländischen Grenzorten Bellingwolde und Winschoten (25 Teilnehmer). Bei dieser Gelegenheit wurde "Swift" Bell 1 n -wolde zum ersten Wettspiel nach Rhede verpflichtet, dem dannin der Folge weitere Spiele mit holländischen Vereinen folgten. Im 7. Vereinsjahr (1927-28) setzte unsere erste Mannschaft ihren Siegeslauf fort. Sie gewann sämtliche 8 Meisterschaftsspiele und errang somit zum 2. Mal die Bezirksmeisterschaft. Doch die Trauben der Gaumeisterschaft hingen wiederum zu hoch. Am 3. Juli 1927 konnte der SuS die Elite der emsländischen Jugendkraft, von Salzbergen bis Papenburg, in Rhede zum 2. Gaufest begrüßen. Pater Bösch, Meppen, hielt die Festpredigt, 200 Leichtathleten und Turner kämpften uni den Eichenkranz, rund 1.000 Zuschauer umsäumten das Spielfeld, als Gaumeister Haselünne den Hümmling-Meister "Sigiltra" Sögel mit 6:1 abfertigte. Die kurz vorher fertiggestellte Halle leistete beim Gaufest gute Dienste. Sie wurde während der Amtstäti cykeit des Gemeindevorstehers Gerhard Schütte erbaut. Am 2. Oktober 1927 gewannen wir im Rahmen der Hindenburgspiele (80. Geburtstag des Reichspräsidenten) in Lathen ein Hindenburgbild und ein Diplom. - Auf dem 6. Sport- und Turnfest des Bezirks Aschendorf am 10. Juni 1928 in Papenburg Rhede die Plakette für die beste Vereinsleistung der Leichtathletik. - Die "Alt-Herrenmannschaft", um deren Aufstellung und Spielbetrieb sich Albert Kampling sen. sehr verdient machte, spielte erstmalig am 6. Mai 1928. Auch im 8. Vereinsjahr (1928-29) waren unsere Fußballer sehr erfolgreich. Die erste Mannschaft wurde zum 3. Mal Meister des Bezirks Aschendorf der DJK (wie im Vorjahre mit 2 Punkten Vorsprung vor Tunxdorf). Leider verscherzte unsere erste Elf die höchste Würde, die der Gau Emsland im Fußballspiel zu vergeben hat, den Gaumeistertitel: Gegen Haselünne er zielte sie ein Unentschieden (2:2) und wurde von Sögel knapp mit 4:3 geschlagen. - Auch das 7. Bezirks- und Turnfest des Bezirks Aschendorf am 30. Juni 1929 in Dörpen sah unsere Leichtathleten in Front. Überlegener als im Vorjahr in Papenburg I wurde die Plakette für die beste Vereinsleistung in der Leichtathletik erobert. "Jeder Jugendkraftführer muß Exerzitien mitmachen und an einem Lehrgang in der Reichslehrstätte der DJK in Münster teilnehmen." Das wünschte unser Verbandsvorsitzender Prälat Wolker, Düsseldorf. So zogen denn am Gründonnerstag des Jahres 1929 die 5 Vereinsmitglieder Suitbert Bamming, Nikolaus Schütte-Schlodt, Agatz Hinrichs, Adolf Unnewehr und Bernhard Nagel für 3 Tage ins Exerzitienhaus Ohrbeck bei Osnabrück. In der Folge wurden 5 Sportler zu den Kursen in der DJK-Lehrstätte in Münster entsandt: Anton Mußwessels, Bernhard Lückmann, Bernhard Bröring, Leo Wiemker und der Vereinsleiter. Alle stellten die dort gewonnenen Erkenntnisse dem Verein in Vorträgen und im Training zur Verfügung. Zu Beginn des 9. Vereinsjahres (1929-30) demonstrierten wir am 11. August 1929 anläßlich der 10. Wiederkehr des Verfassungstages mit der ganzen organisierten kath. Jugend Deutschlands für die Deutsche Republik mit ihren Farben Schwarz-Rot-Gold. Einen Tropfen Wermut in den Kelch der Freude brachte uns an diesem Tage die Niederlage gegen "Viktoria" Ahlen. Anschließend stieg dann das übliche "Alte Herrenspiel", von dem die Ems-Zeitung schrieb: "Bei Hallo, Begeisterung und vielen glänzenden Torschüssen konnte das riesig animierte Publikum manch 50jähriges, bisher unentdecktes Fußballtalent betrachten." Das 10. Vereinsjahr (1930-31): Der 6. Juli 1930 sah die kath. Jungmänner des Dekanates Emsland 11 zur Kundgebung in Aschendorf versammelt. Rhede war mit der Musikkapelle und 100 Mann vertreten. - Am 10. August 1930 in Aschendorf holten sich unsere Leichtathleten bei den Verfassungswettkämpfen wiederum die Plakette für die beste Vereinsleistung. Unsere 4 x 100-m-Staffel ging als erste in 50,4 Sekunden durchs Ziel. Auf dem 5. Gaufest am 31. August in Lathen gelang ihr die Revanche gegen Lingen leider nicht (l. Lingen in 51 Sekunden, 2. Rhede in 51,3 Sekunden). Unsere erfolgreichste Staffel lief in der Zusammensetzung: 1. Josef Willerding, 2. Bernh. Kösters, 3. Bernh. Bröring, 4. Leo Wiemker. Doch konnten wir von Lathen, außer mehreren Leichtathletiksiegen, auch den Gaumeistertitel im Hochsprung (Bernhard Bröring) mit nach Rhede bringen. Unsere noch junge Faustballmannschaft siegte in Lathen über Sögel mit 57:50 Punkten und wurde somit inoffizieller Gaumeister. Die Mannschaft spielte in folgender Aufstellung: Lehrer Schach (Trainer), Lehrer Schreiner, Leo Ossevorth, Menne Schulte und Karl Wübben. Nachzutragen wäre noch unser größter Erfolg mit dem runden Lederball: Das Freundschaftstreffen am 17. März 1931 im Meppener Stadion mit Meppen. Es war der 40. Todestag von Ludwig Windthorst. Vor dem Spiel zogen wir mit der Rheder Sodalitätsfahne zum Windthorst-Denkmal auf dem Meppener Marktplatz, um der "Perle von Meppen" unsere Reverenz zu erweisen. Im Spiel ließ die Entscheidung lange auf sich warten. Endlich schoß unser Linksaußen Hermann Langen das Siegestor. Die beiden Meppener Zeitungen von Bernsen und Wegener brachten am nächsten Tag lange Berichte. Pfarrer Hemmen, ein gebürtiger Meppener, zeigte sie mit Stolz seinen Rheder Sportlern. Aber den größten Tag seiner Vereinsgeschichte erlebte Spiel und Sport Rhode am 5. Juli 1931 mit seiner Zehnjahrfeier in Verbindung mit dem 8. Turn- und Sportfest des Bezirks Aschendorf in Rhede. Kreisleiter Rieke, Hannover, schrieb darüber im "Nachrich-tenblatt für den Kreis Niedersachsen": "Der Festzug und der Festabend waren deutliche Kundgebungen für das Maß von Anerkennung, die sich der Bezirk Aschendorf und die Abteilung Rhede im Laufe, der 10 Jahre erworben haben. Besondere Zeichen dafür: Staatsminister Dr. Hirtsiefer ließ dem Bezirks- und Abteilungsleiter, Lehrer Suerbaum, und dem besten SportlerderAbtellung Rhede, stud. theol. Leo Wiemker, durch den Bezirksjugendpfleger Feldmann, Osnabrück, je ein feines Diplom überreichen. Dazu erhielt der Abteilungsleiter am Festabend aus der Hand des Kreisleiters von Niedersachsen den Dankbrief des Verbandes DJK..." Rhede zählte am Tage der Zehnjahrfeier 90 Mitglieder. Seit Jahren wurden Mitglieder, die sich um den Verein verdient gemacht hatten, unter Aushändigung eines Diploms zu Ehrenmitgliedern ernannt. Diese hatten freien Eintritt zu allen Vereinsveranstaltungen und waren beitragsfrei. Am 29. Juni 1931 standen folgende sechs in der Ehrenmitglieder-Liste: Gerhard Prangen, Albert Wilgmann, Hermann Specker, Christian Scheer, Werner Läken und Suitbert Bamming. Im 11. Vereinsjahr (1931-32) lief bei uns im Emsland der Sportbetrieb im alten Rahmen weiter. Unsere erste Mannschaft wurde zum 5. Mal Meister - Im November 1931 referierte Pastor Schnäwel, Borsum, vor den Älteren der Abteilung über das Thema: "Sport im Lichte katholischer Weltanschauung". Im Winterhalbjahr 1931-32 zeigten unsere Turner unter der Leitung der Turnwarte Hermann Feldmann und Christian Langen erstmalig ihr Können auf einem gemeinsamen Familienabend des Kirchenchores und der DJK. - Nach Fertigstellung des Rheder Schießplatzes nahmen die Rheder Sportler am 14. Februar 1932 das Kleinkaliberschießen in das Vereinsprogramm auf. - Am 8. Mai 1932 traten unsere Turner zum Werbeturnen in der "Alten Kirche" unter freundlicher Mitwirkung des Kirchenchores und der Musikvereinigung an. Unsere Turnwarte führten einen Übungsabend vor. Die geräumige "Alte Kirche" war bis auf wenige Plätze besetzt.-Zum 9. Turn- und Sportfest des Bezirks Aschendorf am 5. Juni 1931 in Papenburg 2 trat Spiel und Sport wieder in großer Stärke an. Wir holten uns, wie in den Vorjahren, den Vereinssieg in der Leichtathletik (Plakette der Stadt Papenburg) und gewannen die DJK- Staffel (Plakette der Ems-Zeitung, Papenburg). Das 12. Vereinsjahr (1932-33): Seit der Gründung des Gaues Einsland am 13. September 1925 traten die drei Bezirksmeister im Spieljahr 1932-33 zum 6. Mal zum Kampf um die Gaumeisterschaft an; Rhede vertrat zum 5. Male die Farben des Bezirks Aschendorf. Aber die Fußball-Experten raunten sich schon zu: „Papenburg 1 ist stark im Kommen und wird über kurz oder lang das Erbe von Rhede antreten". Der Formanstieg der „Untenender" zeigte sich auch auf dem Gebiete der Leichtathletik. Am 25. August 1932 kreuzten beide Vereine auf dem Rheder Sportplatz in einem Leicht­athletik-Klubkampf die Klingen. Papenburg I siegte mit 90:85 Punkten. Das Ende der Weimarer Republik deutete sich auch im Vereinsgeschehen an. Johannes Gerdes behandelte in der Vereinsversammlung im September 1932 das Thema: .Stellung der Parteien zum Katholizismus". Am 13. September 1932 verfügte die Reichsregierung von Pagen durch einen Erlaß des Reichspräsidenten (ohne Befragung des Parlamentes und der Sportver­bände) den Wehr- und Geländesport für alle Sportver­eine. Schweren Herzens leistete unser Vorstand der Anordnung Folge. Am 30. Januar 1933 schließlich lö­ste der Totalitarismus der NSDAP das Zeitalter der Demokratie ab. Anmerkung: Die Unterlagen für diesen Beitrag wur­den entnommen der Rheder Festschrift von 1931, der Emsland-Jugend (von 1925-1932) und dem ..Nachrich­tenblatt für den Kreis Niedersachsen" (1927-1933 ). alle schriftlichen Aufzeichnungen gingen bis auf wenige durch die Kriegswirren verloren. Für die Chronik ..75 Jahre SuS Rhede" wurde dieser Beitrag gekürzt und an einigen Stellen redaktionell überarbeitet.